Aufsichtsratswahl 2013

Die der Aufsichtsratswahl vorgelagerten Delegiertenwahlen haben in denjenigen Werken stattgefunden, in denen keine Friedenswahl vereinbart war. Eine Friedenswahl bedeutet, dass keine eigentliche Wahlhandlung stattfindet, sondern sich die Anzahl der Wahldelegierten der einzelnen Gruppen (die anschließend den Aufsichtsrat wählen) aus dem Ergebnis der letzten Betriebsratswahl ableitet.

In der Zentrale wurde im Januar 2013 erneut gewählt. Es gab im Vergleich zu 2008 als Gegenpol zur großen Gewerkschaftsliste nicht nur eine, sondern drei konkurrierende Listen. 2008 erreichte die Liste von Christiane Matthies rund 42% der abgegebenen Stimmen, wobei die größten unabhängigen Gruppierungen bei dieser Gesamtliste damals nicht vertreten waren. 2013 erreichte die Liste der Listenverbindung knapp 30% der abgegebenen Stimmen und büßt – verglichen mit dem Ergebnis einer Friedenswahl – zwei Sitze ein. Das Spitzenduo muss sich jetzt die Frage stellen, wie es zu einem Rückgang um über 12 Prozentpunkte kommen konnte und welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Nach unserer Analyse ist das vergleichsweise schlechte Wahlergebnis womöglich auf Grund einer nicht eindeutig bezogenen Position und Abgrenzung zur Gewerkschaftsgruppe zustande gekommen und/oder die Spitzenkandidaten konnten nicht die Gunst unserer Wählerinnen und Wähler gewinnen. Die Wahlbeteiligung lag ferner unter der von 2008.

Bei der Aufsichtsratswahl am 13. März 2013 hat es neben der großen Gewerkschaftsliste nicht nur wie in 2008 die bekannte, überregional aus CGM und Unabhängigen besetzte Liste „Beschäftigte pro Daimler-Benz“ geben, sondern darüber hinaus eine eigene Liste der Listenverbindung der Zentrale, eine Airbus- sowie eine weitere gemischte Liste.

Hier die Stimmverteilung:

Die AIRBUS Gemeinschaft 78 Stimmen
LIVE: Unabhängige Listenverbindung 87 Stimmen
Beschäftigte pro Daimler-Benz 191 Stimmen
Aktionsbündnis für Standort Deutschland 87 Stimmen
Industriegewerkschaft Metall 2.278 Stimmen

Fazit:

Wie bereits durch den GBR kommuniziert, ist die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat wieder ausschließlich durch Mitglieder der großen Gewerkschaftsgruppe besetzt. Rechnerisch hätte ein Mandat errungen werden können, wenn alle Wahldelegierten jenseits der großen Gewerkschaftsgruppe ihre Stimmen auf eine einzige Liste fokussiert hätten. Es wären 380 Stimmen dazu notwendig gewesen..

Aufsichtsratswahl 2008


Aufsichtsrat Ansgar Osseforth mit
Christiane Matthies, Kandidatin der Zentrale

Hintergrund

Alle fünf Jahre wird der Aufsichtsrat neu gewählt, so am 12. März 2008 in der Daimler AG (wie schon seit langem angekündigt).

Es werden gewählt

  • 6 Arbeitnehmervertreter
  • 3 Gewerkschaftsvertreter
  • 1 leitender Angestellter

Die Amtszeit beginnt mit der Beendigung der Hauptversammlung, die am 09.04.2008 stattfindet und in welcher über die Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2007 entschieden wird.

In der Zentrale hat die Delegiertenwahl am 30.01.2008 stattgefunden: Die MitarbeiterInnen haben ihre Wahldelegierten gewählt. Diese entschieden im März 2008 über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Von den insgesamt 25 Wahldelegierten-Mandaten in der Zentrale hat unsere Liste "Beschäftigte pro Daimler-Benz" 10 erreicht. Ein toller Erfolg - knapp 42% der abgegebenen Stimmen dank Ihrer Mithilfe! Diese 10 Wahldelegierten haben jeweils 5-faches Stimmrecht.

Historie

Bei der letzten Aufsichtsratswahl (AR-Wahl) traten unabhängie Betriebsräte und die CGM getrennt bei der Wahl an. Leider war es keiner Liste möglich, einen Vertreter in den Aufsichtsrat zu entsenden.

Im Jahr 2008 traten wir erstmalig gemeinsam an. Die Kandidatenliste wurde konzernweit aufgestellt. Unsere Kandidaten waren:

A B
Ansgar Osseforth, Sindelfingen Georg-Dieter Bell, Untertürkheim
Karl Wölfl, München Christiane Matthies, Zentrale
Rainer Knoob, Hamburg Jürgen Stahl, Sindelfingen
Sebastian Ploth, Rastatt Willi Peters, Wörth
Wolfgang Eilers, Zentrale Heinz Ewald, Friedrichshafen
Klaus Nuber, Sindelfingen Klaus Haas, Untertürkheim

Listenführerin der Zentrale war die Betriebsratskollegin Christiane Matthies.

Aktionen in der Zentrale

Unabhängige Betriebsratsgruppierungen haben sich zusammengeschlossen und eine gemeinsame Wahldelegiertenliste aufgestellt. Diese hat als Alternative zur IG Metall kandidiert. Unser gemeinsames Ziel ist Transparenz und weitgehende Information aus erster Hand hinsichtlich der Gestaltung der Zukunft unseres Unternehmens. Wir haben die notwendige Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen bei der Delegiertenwahl erhalten.

Ergebnis der Aufsichtsratswahl am 12. März 2008 in Sindelfingen

Ansgar Osseforth wurde als erster unabhängiger Betriebsrat in den Aufsichtsrat gewählt! Wir gratulieren!!