Zukunftssicherung Daimler

Grundsätzlich begrüßen wir eine Zukunftssicherung von Arbeitsplätzen.

Wir haben uns gegen die Zukunftssicherung 2012 ausgesprochen, wie sie von der IG Metall im Sommer 2004 über den Gesamtbetriebsrat (GBR) abgeschlossen wurde, da bestimmte Mitarbeitergruppen in den Dienstleistungs-Tarifvertrag (DL-TV) gezwungen wurden und dennoch 8.500 Stellen in der Mercedes Car Group abgebaut wurden, sozialverträglich durch Altersteilzeit, Ausscheidensvereinbarungen und Frühpensionierungen. Betriebsbedingte Beendigungskündigungen sollten damals vermieden werden.

Die Zukunftssicherung 2012 läuft zum Jahresende 2011 aus und findet ihre Fortsetzung in der "Zukunftssicherung Daimler", die bis 31.12.2016 gültig ist.

Hier die Eckpunkte:

  • Sie gilt für alle Mitarbeiter(innen) in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis
  • auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen wird bis 31.12.2016 verzichtet
  • Auszubildende und DH-Studenten werden gemäß der DMove-Vereinbarung übernommen
  • Tariferhöhungen erfolgen effektiv, das heißt auf alle Entgeltkomponenten (Ausnahme: Negativer oder halbierter EBIT) - Achtung: Zusatztarifvertrag TiB noch abzuschließen (Stand Ende November 2011)!
  • Einsatz von Zeitarbeitnehmern erfolgt innerhalb eines definierten Rahmens

Diese neue Zukunftssicherung war als Gesamtpaket vom GBR (Gesamtbetriebsrat) verhandelt worden und stand als Einheit zur Abstimmung. Insofern konnten wir dieser Vereinbarung nur zustimmen.

Am 08.09.2015 wurde diese Zukunftssicherung vorzeitig bis Ende 2020 nahezu unverändert verlängert:

Verbesserung gab es bei der Auszubildenden-Übernahme, da man nicht starr an einer 90-10-Quote festgehalten, sondern vereinbart hat, dass bis zu 10% der Auslerner einen befristeten Anschlussvertrag erhalten und nicht genau 10%.

Darüber hinaus sind sicherlich viele "ERA-Verlierer" froh, dass ihnen der Ausgleichsbetrag TIB (=tarifdynamischer individueller Besitzstand) nunmehr bis Ende 2020 als Entgeltkomponente erhalten bleibt. Wer bis dahin das 54. Lebensjahr erreicht hat, befindet sich in der Alterssicherung und sein Gesamtentgelt kann nicht mehr reduziert werden. "ERA-Verlierer" sind diejenigen, deren zugeordnete Entgeltgruppe nach der ERA-Umstellung nicht äquivalent zur ehemaligen K-Gruppenzuordnung war und die in diesem Zusammenhang die Besitzstandskomponente "TIB" zugesprochen bekamen, so dass die Entgelthöhe vor und nach der Umstellung auf ERA die gleiche war.

2017 wurde die Zukunftssicherung bis Ende 2029 frühzeitig verlängert.