Fragen zu ERA

1. Tätigkeitsbeschreibungen

Was ist der Unterschied zwischen "alter Arbeitsplatzbeschreibung" und "neuer ERA-Aufgabenbeschreibung"?

Die alte Arbeitsplatzbeschreibung führte alle zu erbringenden Aufgaben im jeweiligen Umfang (in %) auf. Es wurden alle einfachen bis schwierigen Aufgabeninhalte in der Beschreibung niedergelegt. Die neue ERA-Aufgabenbeschreibung soll ausschließlich die wertigkeitsprägenden Tätigkeiten der festgelegten Arbeitsorganisation enthalten. Bei ERA kommt es nicht auf die Häufigkeit der ausgeführten Tätigkeit an. Auch selten, aber regelmäßig ausgeführte, wertigkeitsprägende Tätigkeiten sind zu bewerten.

Was versteht man unter dem Wort "wertigkeitsprägend" ?

Die ERA-Bewertung der Arbeitsaufgabe erfolgt nach dem ERA-Stufenwertzahlverfahren. Zu den Bewertungsmerkmalen zählen Anlernen, Berufsausbildung, Erfahrung, Denken, Handlungsspielraum, Kommunikation und Führung. Eine Tätigkeit ist umso höherwertig, je größer die Anforderungen sind, die an sie gestellt werden.

Was muss ich tun, wenn meine Aufgabenbeschreibung meine Funktion nicht richtig abbildet und somit die an mich gestellten wertigkeitsprägenden Aufgaben nur teilweise oder überhaupt nicht enthalten sind?

Prüfen Sie, ob Ihre wertigkeitsprägenden Aufgaben durch ein anderes Funktionsprofil besser beschrieben werden oder ergänzen Sie die Beschreibung um ihre wertigkeitsprägenden Aufgaben. Reklamieren Sie beim Personalbereich Ihre Entgeltgruppe und binden Sie den Betriebsrat Ihres Vertrauens mit ein.

Ich soll in einem sehr anspruchsvollen Projekt mitarbeiten. Ab wann komme ich in eine höhere Entgeltgruppe?

Grundlage für die Zuordnung zu einer Entgeltgruppe ist die tatsächlich ausgeführte Tätigkeit in der festgelegten Arbeitsorganisation. Wird eine höherwertige Arbeitsaufgabe über einen längeren Zeitraum als 6 Monate ununterbrochen durchgeführt, so sind Sie als Mitarbeiter in eine höhere Entgeltgruppe einzustufen. Wichtig: Solche Themen sollten vor Antritt der Tätigkeit bereits mit Ihrem Vorgesetzten besprochen sein.

Was ist, wenn ich vorübergehend eine höherwertige Tätigkeit ausführe?

Für die gesamte Dauer der Ausführung einer höherwertigen Arbeitsaufgabe besteht von Anfang an Anspruch auf eine Zulage in Höhe des Differenzbetrages zwischen den Entgeltgruppen, wenn diese Tätigkeit einen ununterbrochenen Zeitraum von sechs Wochen übersteigt. Wichtig: Solche Themen sollten vor Antritt der Tätigkeit bereits mit Ihrem Vorgesetzten besprochen sein.

2. Qualifikation

Spielt meine mitgebrachte persönliche Ausbildung bei ERA nun eine größere Rolle oder geht es noch immer nur danach, welche Tätigkeit ich ausübe?

Es wird auch in ERA die abgeforderte bzw. ausgeübte Tätigkeit bewertet und nicht die Qualifikationen, die Sie zwar haben, aber für Ihre Tätigkeiten gar nicht notwendig sind. Wer Nobelpreisträger ist, bei uns aber Autos betankt, wird als Tankwart bezahlt. Umgekehrt können auch Beschäftigte ohne Studium Ingenieurseinstufungen erreichen, sofern sie eine entsprechende Tätigkeit ausüben und die entsprechende Berufserfahrung erworben haben.

3. Zuordnung, Zuordnungsgespräch und Eingruppierung

Sind die Mitarbeiter-Zuordnungen zu den jeweiligen ERA-Entgeltgruppen mit dem Betriebsrat vereinbart?

In der Paritätischen Kommission sind lediglich die Funktionsprofile (Aufgabenbeschreibungen) und ihre Bewertung vereinbart worden. Die Mitarbeiterzuordnung auf die Funktionsprofile wurde allein durch das Unternehmen (Vorgesetzter und Personalbereich) vorgenommen. Diese Zuordnungen haben vorläufigen Charakter.

Sind die vorgegebenen Durchschnitte der Entgeltgruppen pro Bereich mit dem Betriebsrat vereinbart?

Nein. Die Durchschnitte wurden einseitig vom Unternehmen (ERA-Projekt Zentrale) festgelegt und an die Fühungskräfte weitergegeben.

Was muss ich tun, wenn mein Vorgesetzter im Zuordnungsgespräch auf bestehende Einwände nicht eingeht?

Erstellen Sie ein Gesprächsprotokoll über die besprochenen bzw. nicht besprochenen Punkte. Prüfen Sie selbst noch einmal Ihre Beschreibung anhand der Funktionsprofile Ihres Funktionsbereichs daraufhin, ob eine wertigkeitsprägende Aufgabe eines höher bewerteten Funktionsprofils regelmäßig zu ihrer Tätigkeit gehört. Wie häufig Sie diese Aufgabe erfüllen, ist nicht relevant. Binden Sie bei einer etwaigen Reklamation den Betriebsrat Ihres Vertrauens mit ein.

Kann ich in eine höhere Entgeltgruppe umgestuft werden?

Ja. Der Anspruch auf eine höhere Entgeltgruppe besteht ab dem Zeitpunkt, ab dem die Aufgaben eines höher bewerteten Profils erfüllt werden. Ein vorhandener TIB wird teilweise verrechnet, wobei Ihr Entgelt um 60% des Grundentgelt-Deltas steigen muss.

Was passiert, wenn mein Vorgesetzter sich weigert, die Höherstufung zu beantragen?

Dann muss die Einstufung vom Mitarbeiter über den Betriebsrat reklamiert werden. Bei einer berechtigten Reklamation entscheidet letzten Endes die Paritätische Kommission, die sich zu gleicher Zahl aus je drei Vertretern von Arbeitgeber und Betriebsrat zusammensetzt.

4. TIB (tarifdynamischer, individueller Besitzstand)

Wird nach ERA-Einführung mein TIB bei Tariferhöhungen angerechnet?

Nicht bis 2011. TIB steht für "tarifdynamischer individueller Besitzstand", und bedeutet, er nimmt auf jeden Fall zusammen mit allen anderen Entgeltbestandteilen bis Ende 2011 in vollem Umfang an Tariferhöhungen teil. Bislang wurde diese Vorgehensweise nicht geändert.

Was passiert mit dem TIB nach 2011, fällt dieser weg?

In der Zukunftssicherung 2012 wurde verankert, dass im Jahr 2011 Unternehmen und Gesamtbetriebsrat neu verhandeln: Es besteht die Möglichkeit, dass die Zuwächse durch Tariferhöhungen ab 2012 geringer ausfallen, sofern dies aufgrund der dann aktuellen wirtschaftlichen Situation des Unternehmens so zwischen den Betriebsparteien vereinbart wird. Der TIB wurde über die diversen ZuSis jeweils abgesichert.

5. Reklamationsverfahren

Ab wann kann ich reklamieren?

Es kann seit 1. Januar 2007 reklamiert werden. Das entsprechende Formular steht im Intranet.

Wie gehe ich bei meiner individuellen Reklamation vor?

Nehmen Sie sich Ihre zugeordnete Standard-Aufgabenbeschreibung zur Hand und überprüfen Sie diese anhand der zugehörigen Synopse. Sie finden alle Aufgabenbeschreibungen unter Daimler&Ich --> Vergütung --> Tarifvergütung ERA --> Aufgabenbeschreibungen und Jobfamilien --> Links zu den Jobfamilien und Standardaufgabenbeschreibungen

  • Ist Ihr zugeordnetes Profil analog der Synopse zu niedrig gewählt, so reklamieren Sie auf das passende, höhere.
  • Ist Ihr zugeordnetes Profil passend und es fehlen weitere, wertigkeitsprägende Tätigkeiten, so listen Sie diese zusätzlich auf.
  • Kommen mehrere Profile für Sie in Frage und wurde Ihnen das niedrigere (niedrigste) zugeordnet, so reklamieren Sie auf das höherwertige (unter Angabe der Profil-Kurzbezeichnung).
Der Widerspruch geht mit Ihrer Unterschrift an den Personalbereich. Sie können in jedem Fall den Betriebsrat Ihres Vertrauens mit einbinden.

6. Leistungsbeurteilung

Gibt es eine Überleitung vom alten Leistungsbeurteilungssystem ins neue ERA-System?

Für alle Beschäftigungsgruppen gibt es eine Überleitungsformel. So wird z. B. sichergestellt, dass die Facharbeiter, die heute eine durchschnittliche Leistungszulage von 16% haben, durch die prozentuale Umrechnung zukünftig die durchschnittlichen 15% Leistungszulage erreichen. Das gleiche gilt für die Angestellten, deren durchschnittliche Leistungszulage im alten Richtwertsystem bei 10% lag und die durch die Überleitungsformel zukünftig durchschnittlich 15% Leistungszulage haben werden. Individuell kann die Leistungszulage in ERA zwischen 0% und 30% variieren (früher zwischen 0% und 20%).

7. Heranführungsfälle

Gibt es bei ERA auch Beschäftigungsjahressprünge, wie bisher in den kaufmännischen und technischen Gehaltsgruppen?

Nein. Diese gibt es mit ERA nicht mehr! Ab dem 1. Januar 2007 werden durch den Systemwechsel zum ERA-Einstufungssystem noch ausstehende Beschäftigungsjahressprünge nicht mehr umgesetzt, die nach dem 31.01.2007 erfolgt wären.

8. E4-Leiter

Wie verändert sich das Entgeltsystem für E4-Leiter durch ERA?

E4-Leiter werden entsprechend der betrieblichen Ergänzungsbeispiele eingestuft. Die Zuordnung zu den Entgeltgruppen richtet sich nach den Bändern. Selbst bei einer Rückstufung in den Bändern bleibt das individuelle Einkommen wie in allen anderen Fällen weiter bestehen. Dabei wird kein TIB ausgewiesen.

Wie werden Tariferhöhungen bei E4-Leitern weitergegeben?

So wie bisher auch. Bei E4-Leitern hat das Unternehmen die Möglichkeit, Tariferhöhungen individuell nur auf die tariflichen Entgelt-Bestandteile weiterzugeben. Damit hier aufgrund der ERA-Einstufung keine Nachteile entstehen, wird im Falle einer ERA-Absenkung des Tarifentgelts der alte Betrag als Schattenrechnung weitergeführt und für die Tariferhöhungen als Untergrenze herangezogen.

9. Betriebsrente, Alterssicherung und Altersteilzeit

Wie wirkt sich meine neue Entgeltgruppe auf meine Betriebsrente aus und was passiert mit meiner erreichten Versorgungsgruppe?

Die derzeitigen Versorgungsgruppen und Zusagen bleiben zunächst bestehen. Liegen neuere Erkenntnisse vor, werden wir hierzu informieren.

Wie wirkt sich ERA auf die vereinbarten Konditionen meines Alterteilzeitvertrages aus?

Das Entgelt ist in seiner Höhe bei dieser Personengruppe bereits über den Alterssicherungs-Betrag abgesichert. Dieser Betrag ist die Grundlage für den Altersteilzeitvertrag (ATZ). Damit hat ERA keine Auswirkungen auf diese Vertragsverhältnisse.

Wenn ein Altersteilzeiter in der aktiven Phase durch seine ERA-Einstufung ein niedrigeres Tarifgehalt bezieht, erhöht sich dann dadurch die Aufzahlung des Unternehmens, die der Betroffene am Jahresende versteuern muss?

Nein. Das Gesamt-Gehalt ändert sich dadurch nicht und nur dieses wird zur Berechnung des Aufzahlungsbetrages herangezogen.